21.10.2016 | News

Industrie 4.0 – Chance für den Mittelstand?“

Industrie 4.0 – Chance für den Mittelstand?“

WRF-Veranstaltung trifft auf großes Interesse mit über 100 Gästen

Smart Factory, Internet der Dinge, Big Data .... Der Bereich „Industrie 4.0“ ist vielfältig und komplex. Die Kooperationsveranstaltung „Industrie 4.0 – Chance für den Mittelstand?“ der Wirtschaftsförderung Region Freiburg (WRF) und des Swiss Business hub Germany bot am 26. September eine Orientierung. Anhand von Keynotes und der Vorstellung von Clustern, Projekten und Managementtools von Firmen, Forschungseinrichtungen und Instituten aus der Region Freiburg und der Schweiz bekamen die Gäste einen Einblick in die Welt der Industrie 4.0. Ziel der Veranstaltung  im Konzerthaus Freiburg war es zudem, den deutsch-schweizerischen Dialog unter den Unternehmen zu fördern.

Die Veranstaltung „Industrie 4.0 – Chance für den Mittelstand?“ wurde durch Hanno Hurth, Landrat des Landkreises Emmendingen und Vorstandvorsitzender der WRF, und Gerhard Lochmann, Honorarkonsul der Schweizerischen Eidgenossenschaft, eröffnet. Der Begrüßung schlossen sich drei Key-Notes an. Michael Ziesemer, Präsident ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) und Verwaltungsrat „Endress + Hauser“ wies bereits mit dem gewählten Titel seines Vortrags „Nur wer sich ändert, bleibt erfolgreich“ darauf hin, wo der Mittelstand den Hebel ansetzen sollte.
Welches Potential noch in der drahtlosen Kommunikation und Digitalisierung steckt, wurde im Vortrag „Digitalisierung und Industrie 4.0 auf dem Weg von der Forschung in die Realität“ aufgezeigt. Dr. Christoph Rathfelder, Abteilungsleiter „Applications Engineering“ bei Hahn-Schickard betonte, dass erst die Vereinigung verschiedenster Kompetenzfelder und eine gemeinsame Kommunikationsinfrastruktur Mehrwerte für Endnutzer schaffen können. Anhand laufender Forschungsprojekte aus dem Bereich Industrie 4.0 wurde ein Überblick gegeben und die Aktivitäten zum Transfer der Ergebnisse in die Wirtschaft vorgestellt.
Florian Wiesmann, Mitglied Expertenteam digital swiss und Partner der schweizerischen Plattform „Nationale Initiative Industrie 2025“ präsentierte einen Einblick zu Status, Schwerpunkten und Herausforderungen von Industrie 4.0 im Schweizer Mittelstand. Dabei wurde ein weiteres Mal deutlich, dass in diesem zukunftsträchtigen Technologiebereich großartige Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg bestehen.
Vom Cluster „mircoTEC Südwest“ und der Projekte „Production Intelligence“ und „Radar- und Lasersensoren für INDUSTRIE 4.0“ wurde der Weg von der Forschung in die smarte Anwendung an ganz konkreten Projekten aufgezeigt. An beiden Projekten wirken forschungsseitig Fraunhofer-Institute mit Sitz in Freiburg sowie ebenfalls in Freiburg bzw. der Region angesiedelte Firmen wie das Softwareunternehmen Jedox, Fischer IMF, Micronas und Telocate mit. Die mit Fördermitteln in Millionenhöhe unterstützten Projekte kooperieren intensiv mit regionalen Firmen und transformieren so die neuesten Entwicklungsergebnisse in marktfähige Produkte. Anhand dieser Ausführungen wurde deutlich, wie umfassend die Kooperation und wie komplex die Ausgestaltung der künftigen Strukturen sein wird.
Hermann Arnold, Verwaltungsratspräsident der Haufe-umantis AG St. Gallen, zeigte in seiner Rede auf, dass die neue Produktionswelt auch einen enormen Anpassungsbedarf in den Bereichen Personal- und Organisationsentwicklung nach sich zieht. Hierarchiebetonte Geschäftsmodelle zählen ebenso wie Frührente bereits heute zu den Auslaufmodellen. In Zukunft werden Mitarbeiter Unternehmen führen, und dass dies real funktionieren kann, wurde anhand der eigenen Geschäftsentwicklung vorgestellt.
„Für die Wirtschaftsregion Freiburg bietet die Industrie 4.0 und damit die digitale Vernetzung der Wirtschaftsbereiche aufgrund eines breiten, vorhandenen Wissenspotentials eine großartige Entwicklungsmöglichkeit“, so WRF-Hauptgeschäftsführer Bernd Dallmann im Anschluss an die Vorträge. Bei anschließenden Get-together tauschen sich die Gäste rege aus.

Über Industrie 4.0:
Industrie 4.0 wurde als Begriff 2012 von der deutschen Zukunftsinitiative geprägt. Er drückt aus, dass nach der Mechanisierung, Elektrifizierung und Automatisierung nun die vierte industrielle Revolution im Gange ist: die Digitalisierung und Vernetzung entlang der Wertschöpfungsketten. Ziel ist die Optimierung der Organisation und Prozess-Steuerung bei gleichzeitiger Vernetzung vor- und nachgelagerter Geschäftsfelder. Wichtige Eckpfeiler auf dem Weg zur Realisierung sind Computer Integrated Manufacturing, Cyber-physische Systeme und Interoperable Plattformen.

Bild von links nach rechts:
Dr. Bernd Dallmann, WRF; Britta Thiele-Klapproth, Swiss Business Hub; Gerhard Lochmann, Schweizer Honorarkonsul; Dr. Christine Neuy, MicroTec Cluster; Dr. Fabian Höflinger, Telocate; Dr. Christoph Rathfelder, Hahn Schickard Institut; Florian Wiesmann, Swissmem; Peter Strohm, Jedox; Michael Ziesemer, ZVEI; Prof. Dr. Frauke Steinhagen, Fraunhofer-Institut IAF; Dr. Daniel Carl, Fraunhofer-Institut IPM; Hanno Hurth, Landrat Landkreis Emmendingen